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Pflegenotstand wird immer dramatischer

Mostviertel. Pflegeorganisationen wie Hilfswerk oder Caritas schlagen Alarm. 

Im Rahmen der Vorstellung des neuen Pflegemanagers des Hilfswerks Amstetten Richard Sonnleitner präsentierte die Präsidentin des NÖ Hilfswerks Michaela Hinterholzer die jüngsten Zahlen zur Pflege und die dramatische demografische Entwicklung.
Laut dem NÖ Altersalmanach, der die Entwicklung der Bevölkerungspyramide im Detail darstellt, werden im Jahr 2050 3,5-mal mehr Pflegekräfte gebraucht. Aktuell gibt es in der Statutarstadt Waidhofen einen Anteil von 7,37 % von über 80-Jährigen. Dieser Wert steigt bis 2035 auf 8,00 % und im Bezirk Amsetten liegt dieser Wert derzeit bei 5,99 % und steigt in den kommenden 15 Jahren auf 7,76 %.
Diesem Trend entgegen fehlen dem NÖ Hilfswerk jetzt schon 200 Pflegekräfte. Die Situation ist bei Caritas, Volkshilfe oder dem Roten Kreuz, die ebenfalls in der Pflege und Altenbetreuung engagiert sind, nicht anders. „Nach wie vor ist die Familie mit 45 % Anteil die größte Pflegeeinrichtung. 33 % der Pflegegeldbezieher werden von mobilen Diensten,
6 % im Rahmen einer 24-Stunden-Betreuung und 16 % stationär in Heimen betreut“, so Hinterholzer. Die Hilfswerk-Präsidentin fordert daher eine Optimierung der Zusammenarbeit von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. „Es gibt Hürden etwa bei der Verabreichung von Medikamenten, die enorm zeitaufwändig sind und unsere Pflegekäfte stark behindern. Hier sollten Vereinfachungen mit der Ärztekammer erzielt werden“, so Hinterholzer. In die aktuell laufende Diskussion über eine langfristige Finanzierung der Pflege spricht sich Hinterholzer für ein Mischmodell aus Pflegeversicherung und Finanzierung aus dem Budget aus. Für die Hilfswerkpräsidentin sollte es eine staatliche Pflichtversicherung geben und nicht so wie in Deutschland privatwirtschaftliche Versicherungsanbieter, die sich wie bei der Zusatzversicherung nur die „Rosinen“ herauspicken und nur Junge mit langer Beitragszahlung versichern würden. „Eines muss aber auch klar sein, dass wir ohne Zuschüsse aus dem Budget nicht auskommen werden“, so Hinterholzer.