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Unsterbliche Geliebte – Liebe und Obsession

Klangraum Waidhofen:
Unwiderstehliche Songs von schmissiger Eleganz

Endlich waren wieder einmal Brecht-Weill-Songs live zu hören! Was sich da am vergangenen Sonntag, dem 8. April, im Kristallsaal des Waidhofner Rothschildschlosses bot, war gewiss nichts Alltägliches, zumal auch auf das Repertoire der großen Jazzlegende Billie Holiday zurückgegriffen wurde.
Die in Wien geborene und in den USA aufgewachsene Kammerschauspielerin Sona MacDonald schlüpfte in die Rolle Lotte Lenyas, der legendären Sängerin und Ehefrau Kurt Weills und ließ in den Varietégesängen nicht nur bekannte Bert Brecht-Philosopheme, sondern vor allem ihre geheimen inneren Reserven zutage treten. Man ist es gewohnt, dass es bei Brecht/ Weill-Abenden in den Versen zum Teil um grausame, niederschmetternde Wahrheiten geht, während die Musik sentimentale Regungen hervorruft.
Die Goldenen Zwanzigerjahre heißt die gängige Formulierung der damaligen Zeit, in die das Kristallsaal-Publikum zurückversetzt wurde: Börsenkrach, Schwarzer Freitag, Mussolinis Marsch auf Rom, James Joyce` Ulysses, Fritz Langs Metropolis und Greta Garbo, „Die Göttliche“, Proklamation der UdSSR. Wichtige Eckdaten von damals. Und was noch? Die Frage: Wie geht´s? Danke, brechtig. Äußerst einfühlsam begleiteten Christian Frank am Klavier, Herb Berger an den Reeds, Andy Mayerl am Bass und Klaus Pérez-Salado am Schlagzeug die „Chansonniere“ Sona MacDonald in der ersten Konzerthälfte bei den Moritaten u. a. vom Mackie Messer, der Seeräuber-Jenny und dem Kanonen-Song. Allesamt unwiderstehlichen Songs mit schmissiger Eleganz der Kurt Weillschen Musik. Damals gesungen von Lotte Lenya erzeugten sie natürlich dicke Luft im Amüsement, weil die Texte eigentlich wütend demaskierende sind. Die mitreißende und zum Teil melancholisch anmutende Combo-Begleitung im Kristallsaal konnte den Zynismus der Brecht-Texte nicht untergraben. Beim Lied der „Seeräuber-Jenny“ wartet der Brecht-Kenner immer auf das „Und wenn dann der Kopf fällt, sage ich: Hoppla!“ Das „Hoppla“ hat Sona MacDonald genau so apokalyptisch intoniert, wie es sein soll, weil es um eine entrechtete Abwaschfrau geht, die den besseren Herren die Drinks serviert und zugleich von dem Tag träumt, an dem – auf ihren Befehl hin – den Reichen die Köpfe abgeschlagen werden. Sona MacDonalds hat das „Hexenhafte“ des „Weibes“ derart überzeugend dem Publikum vermittelt, dass man zu glauben geneigt war, sie hege tatsächlich so drohende und blutige Träume.
„Lady sings the Blues“
So könnte das Motto nach der Pause lauten. Sona MacDonald interpretierte das schicksalsträchtige Leben einer der bedeutendsten schwarzen Jazzsängerinnen des 20. Jahrhunderts: Billie Holiday mit ihrer unnachahmlichen Art zu singen. Unzählige Glanznummern zeichneten ihr Repertoire aus, doch ihr Meisterwerk ist sicher „Strange Fruit“. Sona MacDonald beschwor auf ganz persönliche Art mit diesem Lied abermals ein grausiges Bild des Rassismus pur: „Southern trees bear a strange fruit/ blood on the leaves and blood on the root.“ Mit diesen Worten beginnt die erschütternde Schilderung der „seltsamen Frucht“, die von den Ästen eines Baumes im Süden herabhängt: E s ist der Körper eines gelynchten Schwarzen. Fehlen durfte auch nicht das zweite Meisterwerk von Billie Holiday an diesem köstlichen Abend: „May Man“, ein leidenschaftliches Liebeslied um die vielen Männer, die sie liebte und die sie verließen. Die meisten waren ständig untreu und gewalttätig. Dann das umwerfende „Summertime“ und viele andere Songs von exquisiter Feinfühligkeit und Pathos, Songs über zerschmetterte Träume und zerquetschtem Herzen. In einem ergriffenen Moment wischte sich Sona MacDonald die Tränen aus den Augen. Sie sang nicht aus professioneller Routine sondern aus eigener Substanz. Selten sieht und hört man so was. Wann rücken jemals wieder solche Songs so nahe an den Zuhörer heran wie an diesem Abend? So ein Vitriol macht süchtig, gleich bei erstmaliger Einnahme.
Robert Voglhuber

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