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St. Pölten will Kulturhauptstadt Europas werden

Gemeinsame Bewerbung von Land und Stadt kostet 2,4 Millionen €

Von einem „Jahrhundertprojekt“ sprachen LH Mikl-Leitner und St. Pöltens Bürgermeister Stadler bei der Bekanntgabe, dass sich die niederösterreichische Landeshauptstadt als Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2024 bewerben wird. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist Nieder­österreich und mit ihm die Landeshauptstadt ins Zentrum Europas gerückt und hat eine einzigartige Entwicklung als Kulturstadt durchgemacht. In der Startphase stellen Land und Stadt zu gleichen Teilen 2,4 Mio. € zur Verfügung, um auch eine „exzellente Bewerbung“, so Bgm. Stadler, abliefern zu können. Als erster Schritt ist die Gründung einer eigenen Betriebsgesellschaft in Vorbereitung. Erstes Zwischenziel ist es, auf die „Shortlist“ der EU-Kommission zu kommen. Dies wird im ersten Quartal 2018 feststehen.
Als Vorbilder sieht der St. Pölt­ner Bürgermeister Essen, das 2010 Kulturhauptstadt war und aktuell Aarhus in Dänemark. Aber auch die Erfahrungen von Graz (2003) und Linz (2009) als Kulturhauptstädte will man nutzen. Ende 2019 sollen die Würfel fallen, ob St. Pölten den Zuschlag erhält. „In den letzten zwanzig Jahren haben wir bereits 600 Millionen € in die Kultur-Infrastruktur des Landes investiert. Große Investitionen sind daher gar nicht mehr erforderlich“, so LH Mikl-Leitner. Auch Paul Gessl, Leiter der NÖ Kulturwirtschaft, sieht die „Hardware“ nicht mehr als so entscheidend. Für das Programm der Kulturhauptstadt ist ein Budget von 60 Millionen € vorgesehen. Im Fall der Zuteilung gehen Land und St. Pölten davon aus, dass auch der Bund sich an den Kosten beteiligt und 1/3 der Kosten übernehmen wird.
„Wir brennen für das Projekt und wollen uns durchsetzen“, so Mikl-Leitner, die auf hohe Verzinsungen jedes investierten Euros und eine große Wertschöpfungssteigerung ähnlich wie bei den Landesausstellungen hofft.