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Kleinwasserkraft nutzen

Marktgemeinde Ybbsitz ist mit dem Projekt „Am Wöhr“ ein Vorreiter

Erneuerbare Energiequellen sind ohne Frage die Zukunft. Aber neben dem Klimaschutz steht dabei noch ein weiterer Aspekt im Vordergrund, die Sicherstellung der Energieversorgung. Österreich ist zu einem großen Teil abhängig von Energieimporten, doch es ginge auch anders.
„Historisch betrachtet war Energiegewinnung im Ybbstal immer mit Wasser verbunden. Wasser
ist Energie. Wassergetrieben waren die Eisenhämmer, die Mühlen und später die Papierfabriken. Damit hat die Wasserkraft eine lange, regionale Bedeutung,“ erläutert so der Obmann des Gemeinde- Dienstleistungsverbandes Re-
gion Amstetten, LAbg. Anton Kasser.
Neben den Wasserkraftwerken an Ybbs und Donau haben auch die vielen Kleinwasserkraftwerke eine große Bedeutung für die Region. „Hier hat in den letzten Jahrzehnten sicherlich ein Wandel stattgefunden. Jedes Kleinwasserkraftwerk, das nicht gewartet oder erneuert worden ist und somit verschwand, ist aus energietechnischer Sicht ein unwiederbringlicher Verlust“, so Kasser, der aber Verständnis für die Eigentümer hat, die bei niedrigen Energiepreisen, auch noch enorme Investitionskosten stemmen müssen.
Eine Gemeinde, die hier selbst aktiv wurde und eine Vorreiterrolle einnimmt, ist Ybbsitz. Als dem alten Kraftwerk „Steinhauser“ 2016 das Aus drohte, kaufte es die Gemeinde und konnte so die Nutzungsrechte an der kleinen Ybbs erhalten. Bei der Planung des neuen Kraftwerkes „Am Wöhr“ wurde neben den modernsten Standards speziell auf den Hochwasserschutz Wert gelegt, um den von Überschwemmungen geplagten Ort bestmöglich zu schützen.
Der Ybbsitzer Bürgermeister Gerhard Lueger dazu: „Die Gemeinde wird sich durch die Jahresproduktion des Kraftwerks „Am Wöhr“ von rund 400.000 kWh Strom in Zukunft einiges an Energiekosten ersparen und die eigene Versorgungssicherheit verbessern. Das Kraftwerk ist Teil eines Gesamtkonzeptes für den Hochwasserschutz und liegt sehr zentral neben großen (Strom-)Abnehmern. Daher war auch eine positive Zustimmung seitens der Marktgemeinde zu erzielen.“
Erneuerbare Energien und regionale Versorgungssicherheit sind auch Schwerpunkte der Klima- und Energiemodell-Region Amstetten (KEM). „Die Kombination von Kraftwerk und Hochwasserschutz macht das Wasserkraftwerk „Am Wöhr“ in Ybbsitz zu einem Beispiel, das wir auch im österreichweiten Netzwerk der rund 90 KEM-Regionen anführen,“ so gda-Obmann Kasser. Durch dieses Vorzeigeprojekt sollen auch andere Gemeinden motiviert werden, die vor Ort verfügbaren Potenziale zu nutzen und die Versorgungssicherheit zu erhöhen!

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Das Projekt „Am Wöhr“ in Ybbsitz vereint Stromerzeugung und Hochwasserschutz.