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Große Lust an der exakten Groteske

Klangraum im Herbst: „Der Bau“ von Franz Kafka, dargestellt von Max Simonischek

Max Simonischek hat den Ich-Erzähler aus Kafkas gespenstisch-irrealer Parabel „Der Bau“ aufgesogen und verinnerlicht und dem Waidhofner Publikum ein gruseliges Schauspiel geboten.
Für diese außergewöhnliche Veranstaltung wurde der Kristallsaal im Rothschildschloss umgestaltet. Die Sitzreihen wurden zur Längsseite hin halbkreisförmig angeordnet. Der Protagonist steht nicht auf dem Podest, er liegt regungslos zusammengekauert auf einem großen mit Kleinholz und Alterde gefülltem Hochbeet. Wie ein Untoter liegt er da, völlig verschmutzt, in abgerissenen Klamotten, barfuß, das Haar zerzaust und verwildert, das Gesicht verschmiert, die Finger zu krallenartigen Gebilden deformiert. Ist das ein Mensch? Ein Tier? Beides oder weder noch? So liegt er da, schon zehn Minuten mindestens vor Vorstellungsbeginn. Wir warten gespannt. Mein Sitznachbar, der Kematner Künstler Kurt Bachner schmöckert im Programmheft, liest noch schnell ein paar Infos über Franz Kafka heraus, den Urheber der grotesken Kurzgeschichte/Parabel „Der Bau“, auf die sich der großartige Max Simonischek eingelassen hat, als Regisseur und Schauspieler in Personalunion. Den Sitznachbarn Kurt Bachner erwähne ich nicht deshalb, weil er im Dezember bei der Weihnachtsausstellung mit einem wunderbaren Bild zum Thema „spiegelverkehrt“ vertreten sein wird, sondern weil er beim Lesen der Kafka-Biografie mit dem wahrscheinlich bedeutendsten Dichter des 20. Jahrhunderts eines gemeinsam hat, nämlich den Geburtstag am 3. Juli; schöner Zufall!
Allmählich beginnt sich Max Simonischek auf seinem Hochbeetbau langsam zu regen. Er richtet sich auf. Ein siecher Homo erectus aus einer völlig anderen Zeit und aus dem Jetzt. Schockierend verwahrlost, befremdlich heruntergekommen, ein Wolfsmensch oder ein Kaspar Hauser auf Kafka-Art, eine ins grotesk Surreale gesteigerte geknechtete Existenz. In völliger Vereinzelung, Ohnmacht, Entfremdung von sich selber, in Spaltung zwischen Körper und Intellekt im Schwanken zwischen Angst und Sehnsucht. Man glaubt es nicht, dass aus so einer Figur eine gestochen prononcierte Sprache über die Lippen vib­rieren kann. Eine Sprache, die so gelungen ist wie der Bau selbst, den Simonischek so beschreibt: „Ich habe den Bau eingerichtet und er scheint wohlgelungen. Von außen ist eigentlich nur ein großes Loch sichtbar, dieses führt aber in Wirklichkeit nirgends hin. Schon nach ein paar Schritten stößt man auf natürliches festes Gestein.(…)“ Und so geht das Werk 50 Seiten lang dahin, das Simonischek vor sich monologisch hindeklamiert, gekrümmt, geschunden und gewunden. Alles auswendig, total verinnerlicht. Respekt; ein Gedächtniswunder! Beklemmend zeigt er schmerzhaft deutlich Kafkas groteske, traumhafte Bilder, deren Realitätscharakter durch eine nüchterne, präzise Sprache unabweisbar wird. Jedes scheinbar nebensächlichste Detail suggeriert einen vielschichtigen Bedeutungshorizont und beansprucht einen komplexen Stellenwert im umfassenden Verweisungszusammenhang, der jedoch den Code zu seiner Dechiffrierung nicht preisgibt. Allegorisch und symbolisch widerspiegelt „Der Bau“ vielleicht sozialpolitische Realität in Kafkas beinahe fetischistischer Hingabe an eine unerbittliche Ausbreitung von Details, dass der Schock unvermittelt hervorbricht und die Bereitschaft des Zuhörers zur Identifikation mit dem „Helden“ abgründig hintertreibt. Großer Applaus für Simonischeks Lust an der exakten Groteske.

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Robert Voglhuber

Halb Mensch, halb Tier – Max Simonischek faszinierte mit ungeheurer Bühnenpräsenz.#
© Robert Voglhuber