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Gedenktafel zur Erinnerung an helfende Hände

Weyer. Tapfere Frauen und Männer setzten in einer Zeit ohne Gnade ein Zeichen der Menschlichkeit.

Durch Bücher und Nachforschungen wurde erst in letzter Zeit bekannt, dass Weyrer Bewohner den schrecklichen Todesmarsch durch Kastenreith noch immer tief in Erinnerung haben. Dieses Bewusstsein nahm der ehemalige Wiener Stadtschulratspräsident Dr. Kurt Scholz auf und setzte die Initiative zur Gestaltung einer Gedenktafel im Sinne der Menschlichkeit. Der ehemalige Weyrer Gemeindeamtsleiter Franz Schörkhuber und der Fotokünstler Konrad Neubauer nahmen diese Anregung an und gestalteten eine Erinnerungstafel, die vergangenen Samstag in Zusammenarbeit mit Vizebgm. Adolf Brunnthaler vom Mauthausen Komitee Dipoldsau und dem Kulturverein Frikulum feierlich in Kastenreith enthüllt wurde. Für die musikalische Umrahmung der Gedenktafelenthüllung sorgte der Chor Vocabella. Neben Bgm. Gerhard Klaffner, der eine sehr emotionale Rede über das damalige Geschehen hielt, fand auch Pfarrer MMag. Walter Dorfer besinnliche und ermahnende Worte über diese schreckliche
Zeit.
Der Todesmarsch ungarischer Juden zählte zu den letzten Kulminationspunkten nationalsozialistischer Barbarei. Ab März 1945 wurden Tausende jüdischer Arbeitssklaven, die bis dahin bei Schanzarbeiten am Südostwall entlang der österreichischen Grenze eingesetzt worden waren, auf einen Fußmarsch in das KZ Mauthausen geschickt. Dieser gestaltete sich zu einem tödlichen Spießrutenlauf. Die Wacheskorten wechselten und wurden jeweils von lokalen Volkssturmeinheiten jener Gegenden gestellt, durch die die Marschkolonnen getrieben wurden. An der Organisation waren auch Polizei, Gendarmerie und SS beteiligt. Das Maß der Entkräftung der Marschteilnehmer nahm immer katastrophalere Formen an. Menschen, die das Marschtempo nicht mehr halten konnten, wurden an Ort und Stelle ermordet. In 150 österreichischen Gemeinden entlang der Route blieben Erschossene und vor Erschöpfung zu Tode Gekommene zurück. Darüber hinaus wurden zahlreiche sadistische Exzesse verübt.
Einer dieser Todesmärsche führte im April 1945 auch durch Kastenreith bei Weyer. Neben den unzähligen Verbrechen kam es durch einige Weyrer Bewohner aber auch zu Hilfeleistungen für die Getriebenen, die damit ein eindrucksvolles Zeichen der Menschlichkeit setzten. Franz Schörkhuber konnte über zwei Familien berichten, die unmittelbar neben der Straße wohnten und einen jüdischen, ungarischen Arzt und weitere Deportierte bis Kriegsende versteckten und damit ihr Leben retteten. Sie verbargen die ausgehungerten Zwangsarbeiter in ihrem Haus, teilten mit ihnen das Wenige, das sie selbst hatten und setzten damit ihr eigenes Leben aufs Spiel, da jede Hilfe sofort mit dem Erschießen oder mit dem Konzentrationslager bestraft wurde. Zwei weitere Weyrer Zeitzeugen meldeten sich ebenfalls zu Wort und erzählten von ihren Erlebnissen als Schulkinder. Die Schlussworte der beiden, die diese Gräuelbilder immer noch mit sich tragen, appellierten an die vielen Besucher, dass solches nie wieder passieren darf. Eine Augenzeugin aber meinte: „Wer das sieht, kann nichts anderes als helfen.“
Die Gedenktafel am Enns­ufer in Kastenreith soll nun an die namentlich erwähnten tapferen Frauen und Männer erinnern, die durch ihre Menschlichkeit beim Todesmarsch ihr eigenes Leben riskierten.

Der Weyrer Chor Vocabella mit dem Gitarristen Mag. Robert Gradauer umrahmte die feierliche Gedenktafelenthüllung. zVg

V.l.n.r.: Günther Neidhart, Vizebgm. Adolf Brunnthaler, Bgm. Gerhard Klaffner und LAbg. a. D. Helmut Edelmayr vom Mauthausenkomitee zVg
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