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Es war die Nachtigall und nicht die Lerche …

Großartige Premiere der 65. Schlosshofspiele mit der Komödie „Romeo und Julia – Ohne Tod kein Happy End“ Am vergangenen Samstag ging bei den diesjährigen Schlosshofspielen die Premiere unter großem Applaus und Standing Ovations des begeisterten Publikums über die Bühne im Arkadenhof von Schloss Rothschild. Wetterbedingt um einen Tag verschoben glänzte beim ersten Auftritt ein von Regisseurin Uschi Nocchieri sensibel auf diese schauspielerische Herausforderung eingestelltes Ensemble der Waidhofner Volksbühne.
Der Theaterverein hatte aus Anlass des 65-Jahr-Jubiläums diese Komödie aus der Feder von Michael Niavarani gewählt und dies erwies sich abermals als Glücksgriff. Alle Charaktere im Stück waren optimal besetzt, was bei einem Amateurtheater keine Selbstverständlichkeit ist. Die Ressourcen an geeigneten Darstellern sind bei der Volksbühne scheint es so groß, dass auch die kleineren Rollen perfekt besetzt werden konnten, was zu dieser homogenen und letztlich großartigen Ensembleleis­tung führte.

Das Ensemble der Waidhofner Volksbühne bot eine Glanzleistung bei der Premiere.

In den beiden Titelrollen, dem Romeo und der Julia, harmonieren Wolfgang Kettner und Susanne Leonhartsberger in gewohnt routinierter Manier. Die Komödie geht ja davon aus, dass Romeo und Julia nicht in shakespearescher Weise durch Selbstmord in jungen Jahren gestorben wären, sondern in 30 Ehejahren ihre Liebe erodiert ist und sie in den Niederungen der Eifersucht, des Seitensprungs und der Leidenschaftslosigkeit angekommen sind. Die Rollen dieser beiden enttäuschten und lustlosen Eheleute sind bei Kettner und Leonhartsberger in besten Händen und Wortwitz, Pointen und Schlüpfrigkeiten zünden perfekt.
Eine Glanzrolle im Stück ist jene des Sohnes von Romeo und Julia, des „Mirabello Risotto“. In dieser Rolle glänzt Christoph Marcik, seit Jahren ein bestimmender Leistungsträger der Volksbühne und seine gesanglichen Qualitäten machen ihn auch wieder zum Sänger, der mit „Hadern“ à la „Weilst‘ a Herz hast wia a Bergwerk“, die Herzen seiner Geliebten, aber auch des Publikums zu erobern versteht.
Mit zwei besonders komischen Figuren kann diese Komödie ebenfalls aufwarten und der über zwei Meter große Günther Königswenger als tollpatschiger Graf Paris in seinem rosaroten Kostüm und Fritz Stummer in Frauenkleidern als tuntige Miss Futtelfutt setzen der Komödie ganz besondere Glanzlichter auf. Der Auftritt Königswengers mit seiner venezianischen Gondel, die er selbst zu tragen hat, ist große Komik. Fritz Stummer hat neben der Miss Futtelfutt auch die Aufgabe, den gestrengbösartigen Großinquisitor Kardinal Aldobrandini zu mimen, was ihm ebenso mit Bravour gelingt, wird kurz zuvor noch die Rolle der schrillen Kneipenwirtin Futtelfutt. Für große und theatralische Momente sorgt auch die Figur der Gustava, einer Schauspielerin, die nie Frauenrollen spielen darf. Obwohl Elevin in der Volksbühne ist Rosemarie Andrews eine der großen Stützen im Ensemble und ihre Auftritte haben eine gewisse Brillanz.
Die Liebhaberinnen des alten und nur mehr mit wenig Manneskraft ausgestatteten Romeo werden von Manuela Eichleter und Nicole Kronsteiner, im wahren Leben Mutter und Tochter, dargestellt. Auch hier zeigt sich die sensible Regieführung und beide sind in ihrem Zorn über den Schwerenöter Romeo authentisch und überzeugend. In den Rollen des Fürsten und der Fürstin von Verona sind Thomas Krall und Hilde Fally ebenfalls so etwas wie eine Idealbesetzung. Ihr Mutter-Sohn-Konflikt ist zum Schmunzeln in Szene gesetzt und lässt wohl so manchen Vergleich zum realen Leben zu. Krall obliegt auch die allegorische Figur des Narren darzustellen, was ihm mit Narrenstab und -kappe auch überzeugend gelingt.
Eine ganz und gar eigenständige Figur im Stück ist jene der Liebhaberin des Fürsten, der Sophia. Sie ist eine von Geburt an Stumme, spielt aber in der Theaterkompanie ihres Liebhabers immer die Hauptrolle. In dieser überwiegend pantomimisch angelegten Rolle gelingt es Regina Stummer der Sophia Charakter zu verleihen und die „Dialoge“ zwischen ihr und ihrem Geliebten sind in sich eine Pointenschleuder der besonderen Art.
Eine weitere Idealbesetzung ist Werner Fally, der Grand Seigneur der Volksbühne, in der Rolle des Pater Lorenzo. Diese Rolle scheint ihm auf den Leib geschrieben.
Das so beschriebene Ensemble ist aber nur jenes der Ehetragödie dreißig Jahre danach. Eingangs des Stücks ist das klassische ganz junge Liebespaar zu sehen und als junger Romeo sind Max Bernreitner und als junge Julia Pamina Adamer entzückende Liebende. Auch der junge Graf Paris hat eingangs des Stücks einen Auftritt und Max Pillgrab ist jener fesche Bursch, der einst das Werben um Julia gegen Romeo verlor. Alle drei jungen Darsteller sind ganz große Talente und werden hoffentlich auch künftig das Ensemble der Volksbühne verstärken. Einen besonders stilvollen Touch gibt der Inszenierung der Auftritt von Karin Komatz, die als Sängerin vom Balkon aus mit dem Song „Green sleeves“ für Romantik pur sorgt.
Das Musikensemble, das die Inszenierung live mit Gitarre, Flöte und Fanfare begleitet und in köstlichen Vogelkostümen auftritt, steht unter der routinierten Leitung von Martina Ackerl, die schon seit Jahren eng mit der Volksbühne zusammenarbeitet. Beeindruckend ist diesmal auch das so harmonisch in den Schlosshof eingefügte Bühnenbild. Dieses wurde von Hanno Frangenberg, einem professionellen Bühnenmaler, gestaltet.
Aber den wohl wichtigsten Beitrag zum großartigen Gelingen dieser Theaterproduktion leistete die Regisseurin Uschi Nocchieri, der es aufgrund ihrer mehrmaligen Zusammenarbeit mit der Volksbühne und der Kenntnis über die schauspielerischen Möglichkeiten des Ensembles gelang, ein Optimum aus diesem „herauszukitzeln“. Sie nahm mit gekonnten Kürzungen des Originaltextes dem Stück gewisse Langatmigkeiten und die Waidhofner Inszenierung wirkt dadurch spritziger und dynamischer und der Abend wird zum theatralischen Highlight.

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Viel Prominenz bei der Premiere
Die trotz Terminverschiebung restlos ausverkaufte Premiere war auch ein besonderes gesellschaftliches Ereignis in der kulturaffinen Stadt Waidhofen. So konnte der Obmann des Theatervereins eingangs der Vorstellung zahlreiche Ehrengäste bei den Schlosshofspielen willkommen heißen. Allen voran begrüßte Alexander Riess den Präsidenten des Nationalrates Wolfgang Sobotka und in Vertretung von LH Johanna Mikl-Leitner NRAbg. Andreas Hanger, der auch vor dem Spielbeginn die besten Grüße der Landeshauptfrau überbrachte. Weiters unter den Premierengästen, die im Anschluss an die Vorstellung zu einem Get-together mit den Schauspielern eingeladen wurden, waren auch Bgm. Werner Krammer und sein Stellvertreter Martin Reifecker sowie zahlreiche Stadt- und Gemeinderäte.

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka war einer der ersten Gratulanten.

Die Aufführungs­termine:
Fr., 13. Juli
Sa., 14. Juli
Di., 17. Juli
Mi., 18. Juli
Fr., 20. Juli
Sa., 21. Juli
Di., 24. Juli
Mi., 25. Juli
Fr., 27. Juli
Sa., 28. Juli

Vorstellungsbeginn jeweils um 20.00 Uhr
Kartenvorverkauf in Tourismusbüro der Stadt und bei Ö-Ticket
Kartenreservierungen für die Abendkassa: tickets@wy-volksbue­hne.at und unter 0676/360 65 22 (Volksbühne-Hotline)