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„Adieu Forstschule!“

Der Festakt „70 Jahre Forstfachausbildung in Waidhofen“ war gleichzeitig auch das Ende dieser Ausbildungsmöglichkeit in der Region.

Ein Großaufgebot an Honoratioren aus dem Bildungsbereich des Bundes und der für die Forstausbildung zuständigen Ministerien war am vergangenen Freitag, 4. Mai, nach Waidhofen gekommen, um im Rahmen eines Festakts im Schloss Rothschild des Beginns einer Forstfachausbildung im Jahr 1948 zu gedenken. Genau vor 70 Jahren begann man nach den zerstörerischen Kriegsjahren eine solche forstfachliche Ausbildung aufzubauen und die Wahl fiel damals auf die Stadt Waidhofen mit ihrem Jagdschloss, das Baron Rothschild nach dem Krieg der Republik für einen symbolischen Schilling vermacht hatte.
Im Rahmen des Festaktes, an dem als ranghöchster Vertreter des Ministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (vormals Agrarministerium) der Generalsekretär Josef Plank in die Stadt der Türme gekommen war, wurde die lange Tradition der Forstschule in der Stadt Waidhofen spürbar gemacht. Der aus Reinsberg stammende Bauer und nun hochrangige Bundespolitiker, der einst auch Agrar-Landesrat in Niederösterreich war, hielt die Festrede. Josef Plank sprach dabei den rasanten Wandel durch die Digitalisierung an, der auch vor der Forstwirtschaft nicht haltmachen werde. „Wir werden weiter die Forstwirtschaft brauchen, aber das Wie ist offen“, so Plank, der damit auch den Paradigmenwechsel, ausgelöst durch Klimawandel und den nötigen Fokus auf die Nachhaltigkeit, ansprach. Zur neuen zweijährigen Forstwarteausbildung, die künftig in Traunkirchen stattfinden wird, sprach Plank von einem starken nach vorne ausgerichteten Konzept und von der neuen Schule, die im September in Betrieb gehen wird, von einem offensiven Signal für ganz Österreich.
Im Rahmen des Festakts, bei dem auch zahlreiche Ehrungen auf dem Programm standen, wurde die neue Sonderausstellung „Unser Stadtwald – 70 Jahre Forstfachausbildung“ eröffnet. Bgm. Werner Krammer betonte dabei die besondere Wertschätzung der Stadt gegenüber der Forstschule, auch wenn in der Rückschau nicht alles friktionsfrei gewesen wäre. „An diesem Tag habe ich sicher auch ein weinendes Auge, da die Schule nicht in Waidhofen gehalten werden konnte. Die Gründe sind bekannt und mit dieser Sonderausstellung im 5e-Museum erweisen wir dieser 70-jährigen Tradition die Referenz. Ich sage allen ein herzliches Dankeschön für diese sieben Jahrzehnte, denn diese Ausbildung hatte für die Region immer große Bedeutung“, so der Waidhofner Bürgermeister in seinen Grußworten. Auch wegen dieses Jubiläums der Forstschule rief die Stadt für 2018 das „Jahr des Waldes“ aus und wird einige Schwerpunktveranstaltungen in diese Richtung setzen.
Den Festakt umrahmten stilvoll die Jagdhornbläser der Forstschule unter der Leitung von Hermann Maderthaner jun., der auch Musiklehrer an dieser Schule ist. Maderthaner hatte zum Anlass des Festaktes einen eigenen Marsch für Jagdhörner komponiert, der beim Festakt seine Uraufführung erlebte und allseits akklamiert wurde.
Nach einem Rundgang durch die Ausstellung lud die Stadt und die Forstschule zu einer „forstlichen Jause“ und zum gemütlichen Smalltalk unter Freunden, denn zum Festakt waren auch zahlreiche Absolventen der letzten 70 Jahre gekommen, um in alten Erinnerungen zu schwelgen.

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Im 2. Stock des 5e-Museums im Schloss Rothschild ist die Sonderausstellung „Unser Stadtwald“ eingerichtet und im Rahmen des Festakts eröffnet worden.
Schuldirektor Klaus Schachenhofer überreichte Generalsekretär Josef Plank als Vertreter des für die Schule zuständigen Ministeriums eine Auszeichnung als Gönner und Förderer der Forstfachschule Waidhofen.